6-Shogaol

Shogaol – genauer 6-Shogaol ist ein Scharfstoff im Ingwer. Der Name Shogaol leitet sich vom Japanischen Wort für Ingwer ab (生姜、shōga).

Shogaol-300x120 6-Shogaol Inhaltsstoff

In seiner Chemischen Struktur ist es dem Gingerol sehr ähnlich. Ebenso wie Zingeron entsteht es, wenn Ingwer getrocknet oder gekocht wird. Gingerol verliert bei diesem Prozess eine Hydroxygruppe und wird so zu einem neuen Stoff. Shogaol und Gingerol zerfallen nach und nach wenn sie Hitze ausgesetzt werden. Aus diesem Grund verliert Ingwer auch bei längerem Kochen mit der Zeit an Schärfe.

Schärfe von (6)-Shogaol im Vergleich

Auf der Scoville Skala erreicht 6-Shogaol einen Wert von 160.000 Scoville. Es ist damit gegenüber 6-Gingerol (60.000 Scoville) fast 3 mal so scharf. Im weiteren Vergleich ist Shogaol etwas schärfer als Piperin (100.000), jedoch deutlich milder als Capsaicin (15.000.000).

Die Shogaol Gruppe

4-Shogaol, 8-Shogaol, 10-Shogaol, und 12-Shogaol bilden gemeinsam die Gruppe der Shogaole. Sie kommen alle in unterschiedlichen Anteilen im Ingwer vor. Des weiteren kommen in einigen Ingwer-Sorten auch methylierte Shogaole vor: Methyl 6-Shogaol bziehungsweise Methyl 8-Shogaol.

Pharmakologische Wirkung von 6-Shogaol

Eine Reihe von Studien zu Shogaol deutet auf ein breites phamakologisches Wirkspektrum hin. Sowohl Shogaol als auch Gingerol konnten den Blutdruck senken und Magen-Kontraktionen verringern. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass Shogaol die Apoptose (programmierter Zelltod) in Krebszellen auslösen konnte, und das ohne dabei gesundes Gewebe zu schädigen. Shogaol weist überdies ein positive Wirkung auf Denkvermögen und Gedächtnisleistung auf, und könnte sich deshalb auch als Neuro-Enhancer oder Antidementum eignen. Diese spezielle Eigenschaft wird von den anderen aktiven Stoffen im Ingwer, Zingeron und Gingerol offenbar nicht geteilt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass 6-Shogaol im Hinblick auf das therapeutische Potential der bedeutsamste und vielversprechendste Stoff im Ingwer ist.

Quellen für diesen Artikel u.a.:

  • Suekawa, M; Ishige, A; Yuasa, K; Sudo, K; Aburada, M; Hosoya, E (1984). „Pharmacological studies on ginger. I. Pharmacological actions of pungent constitutents, (6)-gingerol and (6)-shogaol“. Journal of pharmacobio-dynamics. 7 (11): 836–48. PMID 6335723.
  • Pan, Min-Hsiung; Hsieh, Min-Chi; Kuo, Jen-Min; Lai, Ching-Shu; Wu, Hou; Sang, Shengmin; Ho, Chi-Tang (2008). „6-Shogaol induces apoptosis in human colorectal carcinoma cellsviaROS production, caspase activation, and GADD 153 expression“. Molecular Nutrition & Food Research. 52 (5): 527. doi:10.1002/mnfr.200700157.
  • Moon M, et al. 6-Shogaol, an active constituent of ginger, attenuates neuroinflammation and cognitive deficits in animal models of dementia. Biochemical and Biophysical Research Communications. June 2014; 449(1):8-13. PMID 24796668