Angeschnittene Ingwer-Wurzel

Die kalte Jahreszeit ist da und damit rollt die Erkältungswelle an. Wer sich wappnen möchte, um Viren und Bakterien den Kampf anzusagen, kann sich aus der Natur bedienen und mit Ingwer, der natürlichen Heilpflanze, seine Abwehrkräfte stärken – besonders effektiv wirken die Ingwer-Scharfstoffe Gingerole und Shogaole. Eine wirksame Alternative zu herkömmlichen Ingwerprodukten, wie die native Wurzel selbst, Tee oder Gewürz, sind Ingwer-Kapseln.

Die richtige Einnahme von Ingwer – mit besonders vielen Inhaltsstoffen

Ingwer gilt seit Jahrtausenden als echter Helfer – vor allem als natürliche Prophylaxe und Therapie von Erkältungskrankheiten. Neue Studien untermauern die antibakterielle Wirkung der asiatischen Wurzel. Ein Wissenschaftlerteam um Studienleiter Prof. Thomas Hofmann, Leiter des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der TU München, untersuchte den Einfluss unterschiedlicher Geschmacksstoffe auf die Speichelzusammensetzung des Menschen. Er beschreibt, wie vor allem Ingwer mit seinem Inhaltsstoff Gingerole in Kombination mit Zitronen eine Sonderrolle unter natürlichen Heilpflanzen einnimmt, denn beide aktiveren das molekulare Abwehrsystem im Speichel und die damit verbundene Immunabwehr. Zudem sorgen die Scharfmacher der Ingwerwurzel für wohlige Wärme, denn sie fördern zusätzlich die Durchblutung – oder haben Sie die wohlige Wärme, die sich nach dem Trinken eines Ingwertees in Ihnen ausbreitet, noch nie gespürt? Das liegt nicht nur am warmen Wasser, sondern an der Aktivierung körpereigener Wärmerezeptoren durch Ingwer.1

Insbesondere die scharfen Inhaltsstoffe Gingerole und Shogaole haben eine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung bei Erkältungserkrankungen, weil sie Blockaden lösen. Die scharfen Komponenten reizen die Schleimhäute und können so Atemwege und Nasennebenhöhlen freimachen. Diese Wirkung verringere die Wahrscheinlichkeit, dass Schleimhäute infiziert werden.2

Ingwer als Wurzel, Tee, Gewürz oder Kapsel?

Jetzt gibt es ganz verschiedene Möglichkeiten, Ingwer zu sich zu nehmen. Als Wurzel, Tee oder Gewürz, oder eben in Form von Ingwer-Kapseln. Übrigens, wenn es die Wurzel sein soll, wird dringend empfohlen, auf Bioqualität zu achten, denn sie kann ansonsten stark Pestizid belastet sein. Wie, wann, und in welcher Form wir Ingwer zu uns nehmen, variiert auch stark von der persönlichen Motivation oder Situation.


Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung empfehlen Experten mehrmals täglich Ingwertee zu trinken. Dafür nimmt man ein etwa 5 cm großes Stück der Ingwerwurzel – geschält oder ungeschält –  je nachdem, ob sie von Bioqualität ist oder nicht –  gießt es mit Wasser auf und lässt es eine viertel Stunde ziehen. Fertig. Der Ingwertee kann nach Belieben mit Honig oder Agavensaft gesüßt werden.

Ingwer-Kapseln mit natürlichen Inhaltsstoffen

Eine effektive Alternative zur nativen Wurzel ist die Einnahme von Ingwer-Kapseln.  Hier kann man sicher sein, dass alle wertvollen Nährstoffe der Ingwerwurzel enthalten sind. Insbesondere Gingerole und Shogaole haben eine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung und sind bei ganzheitlichen Präparaten hochkonzentriert in der Kapsel. Einige Hersteller sind dazu übergegangen, sich auf eine rein natürliche Herstellung und pflanzliche Inhaltsstoffe zu konzentrieren. So sind phytholistische Präparate zu empfehlen, da alle Inhaltsstoffe direkt aus der Pflanze extrahiert werden. Viele Jahre existierten überwiegend synthetische Monopräparate bei den Nahrungsergänzungsmitteln. Mittlerweile kehren aber immer mehr Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln zu den Anfängen von Vitaminpräparaten zurück – bis in die 50er Jahre dominierten nämlich naturnahe Produkte den Markt.

Ingwer-Kapseln, aber welche sind die richtigen?

Dabei gibt es große Unterschiede: Es gibt Hart- oder Weichkapseln, vegetarische Kapseln mit Pulver oder einem flüssigen Extrakt. Dringend zu achten ist auf die tatsächliche Menge der Inhaltsstoffe. Flüssigextrakte werden häufig auf einer Öl-Basis hergestellt, wodurch auch fettlösliche Inhaltsstoffe besser aufgenommen werden, als bei einem Trockenextrakt.

Wichtig ist auch hier auf einen Hersteller mit einem ganzheitlichen Ansatz zu schauen. Das bedeutet, dass der Inhalt der Kapsel kein Monoprodukt ist und damit nur auf einem Inhaltstoff basiert, sondern das komplette, wertvolle Spektrum der Ingwerknolle beinhaltet. Wissenschaftler nehmen an, dass das Ganze einer Pflanze die gesundheitlich optimale Wirkung bringt und nicht nur ein isolierter Wirkstoff.3 Die Kapseln sollten frei von künstlichen Zusatz- und Hilfsstoffen sein und 100% biologische Qualität haben. Traditionelle, reichhaltige Sorten kommen übrigens aus Sri Lanka und Indien.

Auch wenn Sie beispielsweise auf Reisen gehen und Ingwer als „Notfallmedikament“ gegen Übelkeit in der Reiseapotheke dabeihaben möchten, sind Kapseln eine gute Alternative. Bisher ist Ingwer überwiegend als natürliche Wurzel oder als Ingwertee bekannt. Doch ist Ingwer mittlerweile auch ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel. Diese sind in Kapselform nicht nur besonders praktisch, sondern auch viel hochkonzentrierter als die reine Wurzelknolle oder der Ingwertee, bei dem viele wertvolle Inhaltsstoffe zerkocht werden.

Aber an dieser Stelle sei daran erinnert, dass auch Naturprodukte unangenehme Begleiterscheinungen haben können. Daher sollte man immer auf den Beipackzettel achten, welche Dosierung die Hersteller empfehlen. In der Regel sind es ein bis zwei Kapseln pro Tag.

Statt Kaffee einmal Ingwer

Fazit: Nicht erst warten, bis wir ermattet mit hohem Fieber im Bett liegen, sondern lieber im Vorfeld Viren und Bakterien ihre krankmachende Wirkung nehmen und sich der Natur bedienen. Und im Übrigen: Schon lange schätzen auch Stars und Sternchen, dass Ingwer nicht nur diese antibakterielle Wirkung hat, sondern auch den Kreislauf und Stoffwechsel aktiviert.

Und noch etwas ist interessant, besonders für Kaffeeliebhaber: Ingwer wirkt gleichermaßen belebend und ist sogar nachhaltiger. Einfach einmal ausprobieren.

Quellen

[1] Bader, M., Dunkel, A., Wenning, M., Kohler, B., Medard, G., Del Castillo, E., … Hofmann, T. (2018). Dynamic Proteome Alteration and Functional Modulation of Human Saliva Induced by Dietary Chemosensory Stimuli. Journal of Agricultural and Food Chemistry, 66(22), 5621–5634. https://doi.org/10.1021/acs.jafc.8b02092

[2] Semwal, R. B., Semwal, D. K., Combrinck, S., & Viljoen, A. M. (2015). Gingerols and shogaols: Important nutraceutical principles from ginger. Phytochemistry. https://doi.org/10.1016/j.phytochem.2015.07.012

[3] Wagner, H. (2011). Synergy research: approaching a new generation of phytopharmaceuticals. Fitoterapia, 82(1), 34–37. https://doi.org/10.1016/j.fitote.2010.11.016

Frauke Döllekes

Ich habe zunächst Englisch, Französisch und Spanisch studiert, um dann in den Journalismus zu gehen. Nach einem Volontariat bei der Westdeutschen Zeitung war ich jahrelang für die Redaktion als Reporterin unterwegs, um dann für weitere Magazine und Zeitungen zu schreiben. Seit 12 Jahren arbeite ich im Gesundheitswesen. Zu meinen journalistischen Schwerpunkten gehören Themen aus Gesundheit, Erziehung, Ernährung und Bewegung. Seit vielen Jahren arbeite ich in der Psychosomatik, biete Seminare und Vorträge an. Es geht vor allem um die Mobilisierung von Selbstheilungskräften und präventiven Maßnahmen, um gar nicht erst krank zu werden. Es entstanden zwei Bücher, ein Erziehungsratgeber „Kinder brauchen Wegweiser“ und ein Berufsorientierungsratgeber „Was will ich werden“. Mein eigener Blog fraukedoellekes.de, Entspannt mit Kindern. Gewusst wie. setzt sich auch genau mit diesen Themen auseinander. In 2016 habe ich eine Weiterbildung zur Digital Crossmedia Journalistin absolviert, um den Ansprüchen und Herausforderungen des Journalismus im Netz begegnen zu können.
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